Frettchen Haltung

Frettchen Haltung

Sie sind recht klein, putzig und verspielt – und sie sind keine „herkömmlichen“ Kleintiere im Sinne von Meerschweinchen und Hamstern. Dennoch ist die Frettchen Haltung in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen. Was sind Frettchen eigentlich für Tiere? Und was muss man bei der Frettchen Haltung beachten?

Das Frettchen an und für sich…

Frettchen gehören zur Familie der Marderartigen, zu denen neben Mardern auch Dachse, Otter und Wiesel zählen – sie sind also Raubtiere. Es handelt sich um eine domestizierte Iltisform, die es durch Züchtung inzwischen in verschiedenen Fellfarben gibt. Im engen Kontakt mit Menschen werden sie relativ schnell zahm. Außerdem sind sie recht verschlafene Zeitgenossen, die zwischen 14 und 18 Stunden täglich im Land der Träume verbringen. Die Lebenserwartung der Tiere liegt zwischen sechs und zehn Jahren.

Die Schweizer wissen: Frettchen Haltung ist nicht ohne

Anders als in Deutschland muss man sich in der Schweiz vom jeweiligen kantonalen Veterinäramt eine sogenannte Haltebewilligung ausstellen lassen, um ein Frettchen anschaffen zu dürfen. Bevor man diese erhält, muss man einen Sachkundenachweis erbringen, der zum Beispiel in einem offiziell anerkannten Kurs oder einem einschlägigen Praktikum erworben werden kann.

Und warum das alles? Weil jeder, der sich dazu entschließt, ein Frettchen zu kaufen, mehr erwirbt als ein neues Hobby rund um ein pflegeleichtes Haustier. Bei der Frettchen Haltung gibt es viel zu beachten:

Nicht gerade billig: Anschaffung und laufende Kosten

Die aufgeweckten Tiere sind sehr gesellig, weshalb sie niemals alleine gehalten werden sollten. Das bedeutet doppelte Anschaffungskosten, wobei ein Tier mit etwa 100 bis 250 Euro zu Buche schlägt. Abgabetiere sind häufig günstiger – und man tut dem Vorbesitzer und dem Tier einen Gefallen. Hinzu kommt ein Käfig, der eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern für ein Paar bieten sollte. Ein solch großer Käfig kann schon mal bis zu 200 Euro und mehr kosten. Für jedes weitere Frettchen ist ein weiterer halber Quadratmeter sinnvoll.

Weitere einmalige oder seltene Kostenfaktoren sind die Kastration (Männchen: 50 bis 60 Euro, Weibchen: 60 bis 90 Euro) und Impfungen, die teilweise jährlich wiederholt werden müssen. Auch für das Zubehör vom Kratzbaum bis zur Transportbox müssen etwa 200 Euro eingeplant werden.

Die laufenden Kosten bei der Frettchen Haltung können zwar stark variieren. Allerdings sollte klar sein, dass die Tiere sich nicht von Stroh ernähren, sondern hochwertige Nahrung benötigen, die entsprechend teurer ist.

Die Wohnung als Lebensraum

Da die Frettchen auch aus ihrem Käfig herausmüssen, sollte die Wohnung so „präpariert“ sein, dass die neugierigen Tiere nichts kaputtmachen können oder durch herunterfallende Gegenstände verletzt werden. Omas kostbare Vase sollte ebenso in den Keller wandern wie alle anderen Gegenstände, die leicht umfallen und zerstört werden können. Außerdem müssen Löcher und Ritzen vor der Frettchen Haltung verschlossen werden, da die Schlingel überall reinkriechen.

Ernährung: hochwertige Kost, die mal gelebt hat

Als Raubtiere brauchen Frettchen viel Eiweiß, das sie normalerweise über ihre Beute zu sich nehmen. Das bedeutet, dass neben rohem Fleisch auch mal Mäuse oder Küken auf dem Speiseplan stehen dürfen. Damit sollte ein potenzieller Halter also kein Problem haben, wenn er über die Frettchen Haltung nachdenkt.

Kastration ist ein Muss

Der sprichwörtliche Iltis „stinkt“, und auch das Frettchen als domestizierte Iltisform hat einen starken Eigengeruch. Wenn es nicht kastriert wird, ist er besonders stark. Deshalb sind für die Wohnungshaltung nur kastrierte Frettchen geeignet. Außerdem sollte jeder, der die Frettchen Haltung in Erwägung zieht, vorher mal einen wortwörtlichen Schnupperbesuch beim Verkäufer seiner Wahl machen – schließlich muss der Halter einige Jahre mit diesem Geruch leben können.

Auch der Vermieter darf ein Wörtchen mitreden

Die Frettchen Haltung kann vom Vermieter verboten werden, weil es sich hier nicht um Kleintiere handelt, die ausschließlich im Käfig leben. Man sollte also unbedingt vorher abklären, ob das auch toleriert wird, damit es später kein böses Erwachen gibt.

Fazit: kein unkompliziertes „Nebenher-Tier“

Die Frettchen Haltung ist anspruchsvoll sowie zeit- und kostenintensiv – auch wenn man das bei einem so kleinen Tier zunächst nicht erwarten würde. Wer sich aber bewusst auf dieses Abenteuer einlässt und die Verantwortung tragen möchte, wird sich sehr an seinen unterhaltsamen und lieben Mitbewohnern erfreuen können.

Bildquelle: pixelio.de – © by Regina Kaute

Social Sharing powered by flodjiShare
Frettchen Haltung, 10.0 out of 10 based on 1 rating
The following two tabs change content below.
Laura
Freizeit und Hobbys nehmen einen hohen Stellenwert für mich ein. Ich unternehme sehr viel in meiner Freizeit, probiere Neues aus und möchte diese Erfahrungen gern mit euch teilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.