Dank Tai Chi alles im Fluss

Tai_Chi_Chuan

Im vergangenen Sommer sah ich im Park eine Gruppe von Menschen, die eine Reihe von nahtlos ineinander übergehenden Zeitlupen-Bewegungen ausführten. Fasziniert von der Geschmeidigkeit ihrer Übungen blieb ich stehen und sprach sie an. „Tai Chi Chuan“ lautete die Antwort auf meine Frage, was sie dort täten. Also fing ich an zu recherchieren …

Tai Chi Juan – eine Kampfkunst

Auf den ersten Blick mag es aufgrund der langsamen Bewegung seltsam erscheinen, aber Tai Chi Juan (auch: Taijiquan) ist eine chinesische innere Kampfkunst für den bewaffneten oder unbewaffneten Nahkampf. Daher verwundert es nicht, dass viele Kampfsportschulen Tai Chi in ihrem Ausbildungsprogramm anbieten. In China wird es als Volkssport betrieben, aber auch hier in Deutschland findet es immer mehr Anhänger. Dabei tritt der Kampfkunstaspekt allerdings eher in den Hintergrund; vielmehr wird es als Gymnastik betrachtet, die der seelischen und körperlichen Gesundheit sowie der Meditation dienlich ist. „Gesundheit, Konzentration, Energiefluss und Meditation sind aber nur Nebenprodukte“, wie mir ein Tai Chi-Lehrer erläutert, und führt aus: „Sie müssen keine Kampfanwendungen lernen, aber Ihr Lehrer sollte Sie beherrschen.“ Nur so erfahre man das Maximale bei den positiven Nebenwirkungen.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Die Bewegungen werden langsam, gleichmäßig und fließend ausgeführt werden, sodass sich der Übende mehr und mehr entspannt. Diese „Entschleunigung“ in Kombination mit tiefer, natürlicher Atmung wirkt sich positiv auf das Nervensystem aus und verbessert den Stoffwechsel. Darüber hinaus werden bei regelmäßigem Training die Gelenkstellungen und die Körperhaltung optimiert. Körper und Geist werden beweglicher; man kommt gewissermaßen „in Fluss“. Kein Wunder, dass Tai Chi Juan zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Unterstützung von Heilungsprozessen angewendet wird.

Die beliebtesten Tai Chi-Stile

Es gibt unzählige Tai Chi-Stile, doch haben sie mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Alle verwenden langsame, fließende und zirkuläre Bewegungen, wirken sich positiv auf die Gesundheit aus und reduzieren Stress. Die bekanntesten Stile sind Yang, Wu, Chen und Hao. Häufig wird auch eine freie Kombination dieser Stile angeboten und mit Bewegungen aus anderen inneren Kampfkünsten, wie zum Beispiel Baguai und Hsing-Ii, gemischt. Der weltweit populärste ist der Yang Tai Chi-Stil, von dem es nochmal unzählige Variationen gibt. Letztendlich treffen die meisten Interessenten ihre Entscheidung aber nicht aufgrund des Stils, sondern Fragen wie: Welche Schule ist für mich am schnellsten zu erreichen? Wie gut ist mein Lehrer?

Für Anfänger werden der Yang-, Wu- und Hao-Stil empfohlen, da deren Bewegungen am einfachsten zu erlernen sind.

Was brauche ich für Tai Chi und wo kann ich es lernen?

Für Tai Chi braucht man nicht viel: Bequeme, bewegungsfreie Kleidung und Schuhe mit dünner weicher Sohle, zur Not gehen auch dicke Wollsocken.

Wie bereits erwähnt bieten einige Kampfsportschulen Tai Chi-Kurse an. Aber auch an Volkshochschulen und in manchen Sportclubs könnt ihr diese innere Kampfkunst erlernen. Höchste Vorsicht ist geboten, wenn der Lehrer euch davon abrät, euch mit Tai Chi-Praktizierenden anderer Stile auszutauschen. Dies würde der Philosophie von Tai Chi widersprechen!

Bildquelle: flickr.com – © by Saggio Cialtrone

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Laura
Freizeit und Hobbys nehmen einen hohen Stellenwert für mich ein. Ich unternehme sehr viel in meiner Freizeit, probiere Neues aus und möchte diese Erfahrungen gern mit euch teilen.

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