Bikram Yoga oder Hot Yoga: eine umstrittene Methode

bikram yoga - hot yoga

Die Frage, um was es sich bei Bikram Yoga oder Hot Yoga handelt, lässt sich zunächst ganz leicht beantworten. Es handelt sich um 26 Yoga-Körperübungen, sogenannte Asanas, und zwei Atemübungen, sogenannten Pranayamas. Diese werden in einem 40 Grad warmen Raum zweimal hintereinander durchgeführt und zwar innerhalb von 90 Minuten. Das Besondere an dieser Yoga-Übungsabfolge unter speziellen Bedingungen: Der Mann, der ihr den Namen gegeben hat, Bikram Choudhury, hat sie sich patentieren lassen und damit den Unmut vieler Yoga-Anhänger in aller Welt auf sich gezogen, da er deren Meinung nach durch sein Bikram Yoga oder Hot Yoga den spirituellem Grundgedanken des Yoga zu einem plumpen Materialismus verkommen lasse.

Skandal um den Erfinder der Methode

Hinzu kommt, dass sich im Jahre 2013 Choudhury weniger durch seine Lehren hervorgetan hat, sondern vielmehr durch einen Skandal, in dessen Zuge ihm die Vergewaltigung zweier Frauen und die sexuelle Belästigung von Schülerinnen vorgeworfen wurde. Nichtsdestotrotz schwören viele, die ihn persönlich kritisieren, auf seine Methode. Immerhin hat es der Guru in den Jahren seines Wirkens geschafft, ein regelrechtes Bikram-Yoga- und Hot-Yoga-Imperium aufzubauen, sodass es inzwischen in den USA und Europa über 1.200 Bikram-Schulen gibt, deren Lehrer alle vom „Meister“ persönlich ausgebildet wurden. Eine dieser Bikram-Schulen befindet sich beispielsweise auch in Frankfurt am Main, und zwar in der Leipziger Straße in Bockenheim. Aber auch in der Wormser Straße in Mainz können Bikram-Anhänger die 26 Übungen unter Anleitung durchführen.

Vor dem Bikram-Yoga beziehungsweise Hot Yoga unbedingt medizinisch untersuchen lassen!

Ziel der Übungen ist die Dehnung der Muskeln und Sehnen bei gleichzeitiger Entgiftung durch die warme Luft. Mediziner kritisieren, dass die anstrengenden Übungen bei recht hoher Raumtemperatur den Kreislauf sehr beanspruchen und auch zu einer Überdehnung führen können. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vorher medizinisch untersuchen zu lassen, vor allem dann, wenn man eher unsportlich ist und vor dem Kontakt mit Bikram-Yoga beziehungsweise Hot Yoga keinerlei sportliche Aktivität betrieben hat. Anschließend sollte einer Teilnahme an den Übungen eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Fragwürdig bleibt die Praxis der „Erfinders“, der sich zum Teil jahrhundertealte Übungen hat patentieren lassen. Kritiker vergleichen dieses Vorgehen mit einer Patentierung einzelner Passagen aus der Bibel und empfinden die Inanspruchnahme Bikrams dieser Übungen als sein geistiges Eigentum schlichtweg als unmoralisch und verwerflich. Betrachtet man dann noch die Tatsache, dass sich der „Meister“ mit einer unüberschaubaren Rolls-Royce-Sammlung schmückt und im Allgemeinen weltlichen Besitztümern überaus zugeneigt ist, stellt sich die Frage, ob man sich nicht doch lieber für eine andere Methode als Bikram-Yoga beziehungsweise Hot Yoga entscheidet. Aber ausprobieren kann man es ja mal und dann immer noch entscheiden, ob man sich nach den Übungen besser fühlt als vorher. Es sollte aber, wie gesagt, auf jeden Fall im Vorfeld eine ärztliche Untersuchung vorgenommen werden! Denn entgegen aller Klischees ist Yoga harte körperliche Betätigung, die nicht jeder Ungeübte auf Anhieb gut verträgt.

Bildquellen: flickr.com – © by DaleChumbley

Social Sharing powered by flodjiShare
The following two tabs change content below.
Laura
Freizeit und Hobbys nehmen einen hohen Stellenwert für mich ein. Ich unternehme sehr viel in meiner Freizeit, probiere Neues aus und möchte diese Erfahrungen gern mit euch teilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.